16.07.2017

Die Haus- und Hofkultur Initiative Jünkerath stellt ihr Engagement Mitte 2017 ein.

Es war und ist noch immer eine gute Idee: Unentdeckte oder noch weitgehend unbekannte Talente sollen Gelegenheit erhalten, sich vor einem neutralen Publikum zu präsentieren und als Lohn den Inhalt des Spendenhuts erhalten. Das Publikum sollte keinen Eintritt zahlen, so dass jedermann sich die Teilnahme leisten kann.

Die Veranstaltungsorte waren zunächst private Räume, die aber nicht immer für alle Aufführungen ausreichende Kapazitäten hatten (freie Fläche, Stühle, Bühne, Heizmöglichkeiten). Es wurden dann vermehrt andere mietfreie Räume genutzt, deren Eigentümer diese Art der spontanen Kulturdarbietung lange unterstützten; bis auch dort der allgemeine Kostendruck Miet- und Heizkosten erforderte.

Diese Kosten und z.B. auch die Gebühren für Musikdarbietungen (GEMA) oder Wortbeiträge (VG Wort) wie Lesungen, auch die der Autoren, schränken die Auswahl der Künstler ein. Denn auch eine öffentlich beworbene Veranstaltung ist GEMA- oder VG-Wort-pflichtig, selbst wenn sie in privaten Räumlichkeiten stattfindet. Einer vorherigen Nicht-Anmeldung kann Betrugsabsicht unterstellt werden. Anders ist es, wenn die Protagonisten der Haus- und Hofkultur-Initiative diese Kosten aus eigener Tasche tragen, um die Eintrittsfreiheit zu gewährleisten. Bei Erhebung von Eintritt wäre eine seriöse Kosten-Nutzen-Rechnung wichtig. Noch aufwändiger wäre die Gründung eines Vereins nach deutschem Recht. Last not least: Sollten Teilnehmer an der Veranstaltung in den Veranstaltungsräumen zu Schaden kommen, haften die Veranstalter persönlich oder deren Haftpflichtversicherung, sofern vorhanden.

Falls jemand die Absicht hat, diese im Grunde sinnvolle Initiative fortzuführen, muss er wissen, worauf er sich kostenmäßig einlässt, wenn er bei freiem Eintritt auch frei unter den Darbietenden wählen will. Ein Übergang in andere Hände wäre aber mit Einverständnis unserer „Stammkunden“ bis Ende 2017 möglich. Die Homepage www.haus-und-hofkultur.de bleibt bis auf weiteres aktiv.

Allen (m/w), die aktiv über all die Jahre am Erfolg der Haus- und Hofkultur-Initiative Jünkerath mitgewirkt haben, sei hiermit ein herzliches Dankeschön gesagt: Musikern, Sängern, Vorlesern, Schauspielern, Autoren, Dozenten, Handwerkern und allen anderen Kulturschaffenden, unseren Gastgebern und nicht zuletzt aber auch unserem Publikum. Besonderer Dank gilt dem Ehepaar Braun vom Gedächtniswald in Jünkerath und Lothar Schun, dem Bürgermeister von Lissendorf. Sie haben uns ihre Räumlichkeiten in letzter Zeit mehrmals im Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ihnen alles Gute und bleiben Sie neugierig auf neue Talente – letztlich ist es Geschmackssache, und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, auch wenn es immer wieder versucht wird!

Annie Reisch und Monika Paduch


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Letzte Aktualisierung: 11.06.2017 10:20:57